Im Herbst gehört der Kürbis dabei zu den vielseitigsten Gemüsesorten überhaupt. Hokkaido, Butternuss, Muskatkürbis und Co. landen zwar besonders oft in der Suppe, können aber noch viel mehr: Sie lassen sich backen, braten, füllen, zu Aufstrichen verarbeiten oder mit Pasta, Hülsenfrüchten und Getreide kombinieren.
In der FoodCoop spielt der Wechsel der Jahreszeiten eine wichtige Rolle, denn nicht jedes Gemüse muss das ganze Jahr über verfügbar sein. Der Kürbis zeigt, wie abwechslungsreich saisonales Essen sein kann. Im Herbst steht er reichlich zur Verfügung, lässt sich lange lagern und kann innerhalb weniger Tage völlig unterschiedlich auf den Tisch kommen: einmal knusprig aus dem Backrohr, einmal mit Pasta, ein anderes Mal als Aufstrich oder Gemüsegericht. Und natürlich darf hin und wieder auch die Kürbissuppe dabei sein.
Der Kürbis hat einen entscheidenden Vorteil: Sein eigener Geschmack ist zwar charakteristisch, aber nicht dominant. Dadurch lässt er sich sehr unterschiedlich würzen. Rosmarin, Thymian oder Salbei geben ihm einen mediterranen Charakter. Kreuzkümmel, Curry, Chili oder Ingwer führen geschmacklich in eine völlig andere Richtung. Auch die Kombination mit Käse funktioniert hervorragend: Feta, Ziegenkäse oder würziger Hartkäse bilden einen schönen Kontrast zum leicht süßlichen Kürbis. Nüsse, Linsen, Kichererbsen und andere Hülsenfrüchte machen aus Kürbisgerichten eine sättigende vegetarische Mahlzeit. Und selbst Äpfel oder Birnen passen erstaunlich gut dazu.
Kürbis ist eigentlich eine Beere
Botanisch gesehen ist die Kürbisfrucht eine sogenannte Panzerbeere – eine besondere Form der Beere mit harter Außenschale – auch wenn Exemplare mit mehreren Kilogramm Gewicht nicht unbedingt unserer Vorstellung einer Beere entsprechen. Das liegt daran, dass beim Kürbis die Frucht aus einem einzigen Fruchtknoten entsteht, und die Samen liegen im Fruchtfleisch – deshalb wird sie botanisch den Beerenfrüchten zugerechnet. Die harte Außenschale unterscheidet sie von typischen Beeren wie Weintrauben oder Johannisbeeren.
Kürbisse gehören zur Familie der Kürbisgewächse und weltweit gibt es zahlreiche Sorten, die sich in Farbe, Form, Größe und Geschmack teilweise erheblich unterscheiden. Bei uns gehören Hokkaido, Butternuss und Muskatkürbis zu den bekanntesten Speisekürbissen. Hier stellen wir die drei beliebtesten vor:
Hokkaido – unkompliziert und vielseitig
Der orangefarbene Hokkaido ist wahrscheinlich der praktischste Kürbis für die Alltagsküche. ein großer Vorteil: Die Schale wird beim Garen weich und kann mitgegessen werden. Schälen ist daher nicht notwendig. Sein Fruchtfleisch ist relativ fest und schmeckt leicht nussig. Damit eignet er sich nicht nur für Suppen, sondern besonders gut zum Braten und Backen, für Currys, Pasta oder Gemüsegerichte aus dem Ofen. Auch für Kürbislaibchen oder Aufstriche lässt er sich gut verwenden.
Butternuss – mild und leicht süßlich
Der längliche, birnenförmige Butternusskürbis enthält im unteren Teil nur eine relativ kleine Samenhöhle. Dadurch liefert er besonders viel Fruchtfleisch. Sein Geschmack ist mild, leicht süßlich und – wie der Name bereits vermuten lässt – etwas buttrig-nussig. Er eignet sich gut zum Backen und Füllen, für Aufläufe, Pasta oder als Ofengemüse. Die Schale ist allerdings deutlich fester als beim Hokkaido und wird bei vielen Gerichten besser entfernt.
Muskatkürbis – aromatisch und oft riesig
Muskatkürbisse können beachtliche Größen erreichen und werden deshalb häufig angeschnitten verkauft. Das Fruchtfleisch ist meist kräftig orange und aromatisch. Je nach Sorte erinnert sein Geschmack etwas an Muskat oder andere Gewürze. Er eignet sich für herzhafte ebenso wie für leicht süßliche Gerichte. Wer einen größeren Kürbis verarbeitet, muss übrigens nicht alles auf einmal verkochen. Das Fruchtfleisch lässt sich portionieren und einfrieren.
Die Kerne sind viel zu schade zum Wegwerfen
Beim Aufschneiden landen die Kerne häufig zusammen mit den Fasern im Biomüll. Dabei können auch sie für köstliche Snacks verwendet werden. Die Kerne werden vom Fruchtfleisch befreit, gewaschen und getrocknet. Anschließend können sie im Backrohr oder in der Pfanne geröstet werden. Nicht bei jeder Kürbissorte sind die Schalen der Kerne allerdings angenehm zu essen. Besonders bekannt sind deshalb die schalenlosen Kerne des Steirischen Ölkürbisses. Aus ihnen entsteht auch das intensiv grüne Kürbiskernöl.
Kürbis lässt sich gut lagern
Ein weiterer Vorteil des Kürbisses ist seine Haltbarkeit. Unbeschädigte, ausgereifte Kürbisse können an einem trockenen, eher kühlen Ort oft mehrere Wochen oder sogar Monate aufbewahrt werden. Wichtig ist, dass die Schale unverletzt und der Stiel noch vorhanden ist. Angeschnitten sieht es anders aus: Dann gehört der Kürbis in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage verarbeitet werden. Wer größere Mengen hat, kann das Fruchtfleisch auch würfeln und einfrieren. Damit eignet sich Kürbis ausgezeichnet für eine saisonale Vorratshaltung.
In unserer Rubrik Mein Lieblingsrezept“haben wir einige Kürbisrezepte zusammengestellt. Dort findet ihr Ideen für Ofenkürbis, Kürbis-Pasta, Kürbisaufstrich und weitere einfache Gerichte für die Herbstküche.
