Viele Menschen wissen ungefähr, was eine FoodCoop ist, können sich aber kaum vorstellen, wie der Einkauf tatsächlich funktioniert. Regional, biologisch und möglichst direkt bei den Produzent:innen einkaufen – das klingt einfach. Doch wie kommen Erdäpfel aus Leitzersdorf, Brot aus Ernstbrunn, Edelpilze aus dem Waldviertel oder Obst aus dem Weinviertel eigentlich zu den Mitgliedern unserer FoodCoop Korneuburg?
Hinter jeder Bestellung steckt ein kleines Stück gemeinschaftlicher Organisation. Denn eine FoodCoop ist kein Supermarkt. Es gibt keine zentrale Einkaufsabteilung, keine Angestellten, die Waren übernehmen und Regale befüllen, und auch keine klassische Ladenkassa. Stattdessen organisieren wir unseren Einkauf gemeinsam. Allerdings hat das Ganze einen Riesenvorteil, denn sämtliche FoodCoop-Mitglieder haben eines gemein: Sie sind Genießer:innen und legen Wert auf gutes Essen!
Schritt 1: Gemeinsam auswählen, wo wir einkaufen
Am Anfang stehen unsere Produzent:innen und Lieferant:innen. Wir versuchen möglichst direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben und kleinen Manufakturen einzukaufen, bevorzugt regional, biologisch und nachhaltig produziert. Das Angebot mittlerweile sehr reichhaltig – von Brot, Getreide, Erdäpfeln und Teigwaren über Obst, Gemüse, Eier und Geflügel bis zu Erdnüssen, Reis, Säften, Ölen, Edelpilzen und pflanzlichen Spezialitäten. (siehe Lieferanten). Der direkte Kontakt hat einen großen Vorteil: Wir wissen wesentlich genauer, wo unsere Lebensmittel herkommen und wer sie produziert. Gleichzeitig erhalten kleinere Betriebe einen zusätzlichen Absatzweg jenseits großer Handelsketten.
Schritt 2: Bestellt wird bequem von zuhause aus online
Unsere Mitglieder bestellen bequem über die österreichweite Online-Plattform Foodsoft. Dort werden in regelmäßigen Abständen Bestellungsmöglichkeiten bei den verschiedenen Lieferant:innen geöffnet. Jedes Mitglied entscheidet selbst, was und wie viel es bestellen möchte. Die einzelnen Bestellungen werden anschließend zu einer gemeinsamen größeren Bestellung zusammengefasst. Genau darin steckt die ursprüngliche Idee einer Einkaufsgemeinschaft: Viele Haushalte bündeln ihren Bedarf und bestellen gemeinsam direkt bei den Produzent:innen. Bezahlt wird nicht bei jeder Abholung an einer Kassa. Die Abrechnung erfolgt über das persönliche Guthabenkonto in der Foodsoft.
Schritt 3: Die Lieferung kommt ins FoodCoop-Lager
Unser gemeinsames Lager befindet sich am Scheibenstand 17 in Korneuburg. Hier treffen die Bestellungen der verschiedenen Betriebe ein. Und spätestens jetzt zeigt sich der Unterschied zum Supermarkt besonders deutlich: Die Lieferung nimmt kein angestelltes Lagerpersonal entgegen, sondern eines unserer Mitglieder. Die Waren werden kontrolliert, den Bestellungen zugeordnet, aufgeteilt und eingeräumt. Was im Supermarkt hinter den Kulissen von bezahlten Mitarbeiter:innen erledigt wird, organisieren wir selbst.
Schritt 4: Jetzt kann abgeholt werden
Nach der Lieferung können die bestellten Lebensmittel von den einzelnen „Bestellgruppen“, also Familien oder Einzelpersonen, im Lager abgeholt werden. Bei frischen Produkten sollte das möglichst zeitnah zum jeweiligen Liefertermin geschehen. Viele haltbare Lebensmittel, wie Nudeln, Bohnen, Marmeladen, Säfte und Öle, sind darüber hinaus ständig im Lager verfügbar.
Mitglieder können damit einen großen Teil ihres Lebensmittelbedarfs sehr flexibel über die FoodCoop decken. Das bedeutet allerdings auch: Jede:r übernimmt Verantwortung dafür, dass das System funktioniert – etwa indem Waren korrekt entnommen, Bestellungen abgezeichnet und Lebensmittel ordentlich behandelt werden.
Schritt 5: Ein bisschen Mitarbeit gehört dazu
Eine FoodCoop lebt davon, dass viele Menschen einen kleinen Beitrag leisten. Das kann bedeuten, Lieferungen entgegenzunehmen, Waren aufzuteilen und einzuräumen, sich um Lieferant:innen zu kümmern, bei Verwaltung oder Foodsoft mitzuarbeiten oder gelegentlich beim Reinigen unseres Lagers zu helfen. Bei uns beträgt die vorgesehene Mitarbeit rund 20 Stunden pro Jahr – also im Durchschnitt nicht einmal zwei Stunden pro Monat. Gerade diese Mitarbeit macht aus einer Einkaufsmöglichkeit eine Gemeinschaft.
Natürlich wäre es einfacher, in einen Supermarkt zu gehen, einen Einkaufswagen zu nehmen und nach zehn Minuten wieder draußen zu sein. Eine FoodCoop verfolgt jedoch eine andere Idee. Wir möchten wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Wir wollen kleinere und nachhaltig wirtschaftende Betriebe unterstützen, Transportwege möglichst kurzhalten, Verpackungen reduzieren und Produzent:innen faire Preise für hochwertige Lebensmittel ermöglichen.
Deshalb geht es bei uns auch nicht darum, immer den niedrigsten Preis zu finden. Es geht darum, gemeinsam einen anderen Weg der Lebensmittelversorgung auszuprobieren – näher an den Produzent:innen und mit mehr Verantwortung bei den Konsument:innen.
Und ganz nebenbei passiert noch etwas anderes: Aus Menschen, die Lebensmittel bestellen, wird eine Gemeinschaft. Man lernt Produzent:innen kennen, entdeckt neue Produkte, tauscht Rezepte und Erfahrungen aus – und versteht ein Stück besser, wie viel Arbeit eigentlich hinter unseren Lebensmitteln steckt.
Lust bekommen, es selbst auszuprobieren?
Die FoodCoop Korneuburg freut sich über neue Mitglieder. Wer mitmachen möchte, erhält Zugang zu unserer Foodsoft und kann anschließend bei unseren Produzent:innen mitbestellen. Und vielleicht liegt dann schon bald zwischen Bauernhof und Deinem Esstisch nur noch ein kurzer Zwischenstopp in unserem Lager am Scheibenstand.

